Lumio

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Stand: Mai 2026

1. Geltungsbereich und Anbieter

Diese AGB gelten für die Nutzung der Software-as-a-Service-Plattform Lumio (nachfolgend „Lumio" oder „Dienst"), angeboten von Thiel Media, Inhaber Markus Thiel, Hohenstaufenstraße 24a, 69412 Eberbach (nachfolgend „Anbieter"). Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 14 BGB (z. B. Fotografinnen und Fotografen, Studios, Agenturen), die den Dienst in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit nutzen. Mit der Registrierung bestätigt der Kunde, Unternehmer in diesem Sinne zu sein. Abweichende oder entgegenstehende Bedingungen des Kunden gelten nur, wenn der Anbieter ihnen ausdrücklich in Textform zustimmt.

2. Begriffsbestimmungen

„Kunde" ist der Unternehmer, der mit dem Anbieter einen Nutzungsvertrag über Lumio schließt. „Inhalte" sind alle Daten, die der Kunde in den Dienst hochlädt oder dort erzeugt (insbesondere Foto- und Videodateien sowie zugehörige Metadaten). „Endkunde" ist eine dritte Person, der der Kunde über Lumio Inhalte zugänglich macht (z. B. zur Galerie-Ansicht oder Freigabe). „Tarif" ist das vom Kunden gewählte Leistungspaket mit dem jeweiligen Funktions- und Speicherumfang.

3. Vertragsgegenstand und Leistungsbeschreibung

Der Anbieter stellt dem Kunden Lumio als webbasierten Dienst zur Speicherung, Verwaltung, Aufbereitung und geteilten Bereitstellung von Foto- und Videodateien bereit (u. a. Kundengalerien, Proofing, Annotation, Video-Streaming und optionale Druckbestellung). Der konkrete Funktions- und Speicherumfang richtet sich nach dem gewählten Tarif gemäß der jeweils aktuellen Leistungs- und Preisbeschreibung. Geschuldet ist die Bereitstellung des Dienstes in seiner jeweiligen Fassung (Verschaffung des Zugangs); der Anbieter schuldet keine Herstellung individueller Werke. Der Anbieter ist berechtigt, den Dienst weiterzuentwickeln und Funktionen anzupassen, solange der vertraglich geschuldete Kernnutzen erhalten bleibt.

4. Vertragsschluss und Testphase

Mit der Registrierung gibt der Kunde ein Angebot zum Abschluss eines Nutzungsvertrags ab; der Vertrag kommt mit der Freischaltung des Kontos durch den Anbieter zustande. Neue Konten können mit einer kostenlosen Testphase von 14 Tagen starten. Nach Ablauf der Testphase bzw. nach Auswahl eines kostenpflichtigen Tarifs wird das gewählte Abonnement gebucht. Der Vertragstext wird vom Anbieter nicht gesondert gespeichert; maßgeblich sind die jeweils bei Buchung geltenden AGB sowie die Tarifangaben.

5. Preise, Zahlung und Verzug

Es gelten die zum Zeitpunkt der Buchung auf der Preisseite ausgewiesenen Preise. Sofern nicht anders angegeben, verstehen sich die Preise zuzüglich der jeweils geltenden gesetzlichen Umsatzsteuer. Die Abrechnung erfolgt je nach Wahl monatlich oder jährlich im Voraus über den Zahlungsdienstleister Stripe. Der Kunde hat für eine gültige, gedeckte Zahlungsmethode zu sorgen. Gerät der Kunde mit der Zahlung in Verzug, kann der Anbieter den Zugang nach angemessener Ankündigung sperren; gesetzliche Verzugsansprüche bleiben unberührt. Preisanpassungen werden dem Kunden mindestens sechs Wochen vor Wirksamwerden in Textform mitgeteilt; widerspricht der Kunde nicht bis zum Wirksamwerden und nutzt er den Dienst weiter, gelten die neuen Preise als angenommen. Das Kündigungsrecht bleibt unberührt; hierauf wird in der Mitteilung gesondert hingewiesen.

6. Laufzeit und Kündigung

Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit und kann vom Kunden jederzeit zum Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraums (monatlich bzw. jährlich) gekündigt werden. Die Kündigung erfolgt über das Studio-Interface oder in Textform (z. B. per E-Mail an kontakt@lumio-cloud.de). Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt für beide Parteien unberührt. Ein wichtiger Grund für den Anbieter liegt insbesondere bei erheblichen oder wiederholten Vertragsverstößen des Kunden vor (z. B. Zahlungsverzug trotz Mahnung, rechtswidrige Nutzung).

7. Kein Verbraucher-Widerrufsrecht

Da sich das Angebot ausschließlich an Unternehmer (§ 14 BGB) richtet und Verträge nur mit Unternehmern geschlossen werden, besteht kein gesetzliches Widerrufsrecht; die verbraucherschützenden Vorschriften über Fernabsatzverträge (§§ 312 ff., 355 BGB) finden keine Anwendung. Die kostenlose Testphase nach Ziffer 4 ermöglicht dem Kunden gleichwohl eine unverbindliche Erprobung des Dienstes.

8. Rechte an Inhalten und Nutzungseinräumung

Sämtliche vom Kunden eingestellten Inhalte verbleiben im Eigentum bzw. in der Rechteinhaberschaft des Kunden bzw. der berechtigten Dritten. Der Kunde räumt dem Anbieter ausschließlich die zur Erbringung des Dienstes erforderlichen, einfachen und zeitlich auf die Vertragslaufzeit begrenzten Nutzungsrechte ein, namentlich das Recht, die Inhalte zu speichern, technisch zu vervielfältigen, zu transcodieren, zwischenzuspeichern und gegenüber den vom Kunden bestimmten Empfängern bereitzustellen. Eine darüber hinausgehende Nutzung der Inhalte durch den Anbieter findet nicht statt. Die Rechte an der Software Lumio und allen zugehörigen Marken verbleiben beim Anbieter bzw. seinen Lizenzgebern.

9. Pflichten des Kunden

Der Kunde ist für die über sein Konto verarbeiteten Inhalte verantwortlich. Er sichert zu, nur Inhalte hochzuladen und bereitzustellen, zu denen er die erforderlichen Rechte besitzt und deren Verarbeitung keine Rechte Dritter oder gesetzliche Vorgaben verletzt. Insbesondere ist der Kunde für die datenschutzrechtliche Zulässigkeit (z. B. erforderliche Einwilligungen abgebildeter Personen) verantwortlich. Rechtswidrige Inhalte sowie eine missbräuchliche Nutzung des Dienstes (z. B. Überlastung der Systeme, Umgehung von Sicherheitsmaßnahmen, Verbreitung von Schadsoftware) sind untersagt. Der Kunde hält seine Zugangsdaten geheim, meldet Missbrauchsverdacht unverzüglich und sichert seine Inhalte im Rahmen seiner eigenen Sorgfaltspflichten zusätzlich selbst.

10. Sperrung und Entfernung von Inhalten

Der Anbieter ist berechtigt, einzelne Inhalte zu sperren oder zu entfernen und im Wiederholungs- oder schweren Fall den Zugang vorübergehend zu sperren, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass Inhalte oder die Nutzung gegen geltendes Recht, Rechte Dritter oder diese AGB verstoßen. Der Anbieter wird den Kunden hierüber unverzüglich informieren und das berechtigte Interesse des Kunden angemessen berücksichtigen. Weitergehende gesetzliche Rechte und Pflichten (z. B. nach dem Digitale-Dienste-Gesetz) bleiben unberührt.

11. Verfügbarkeit und Wartung

Der Anbieter bemüht sich um eine möglichst hohe Verfügbarkeit des Dienstes. Geplante Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit im Voraus angekündigt und möglichst in nutzungsschwache Zeiten gelegt. Ein verbindliches Service-Level (SLA) wird in den Standardtarifen nicht zugesichert. Zeiten höherer Gewalt sowie Störungen außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters (z. B. Ausfälle von Vorleistern, Internet- oder Stromausfälle) gelten nicht als Nichtverfügbarkeit.

12. Daten nach Vertragsende

Nach Vertragsende wird der Zugang des Kunden zunächst in einen Nur-Lese-Modus versetzt, in dem er seine Inhalte exportieren kann; in dieser Übergangsphase (in der Regel 30 Tage) bleiben bestehende Kundengalerien erreichbar. Bleibt der Vertrag beendet, wird das Studio anschließend archiviert: Die Galerien sind dann nicht mehr öffentlich abrufbar und abgeleitete Vorschau-Versionen werden aus dem aktiven Speicher entfernt; die Original-Dateien werden bis zur endgültigen Löschung vorgehalten. Spätestens zwölf (12) Monate nach Vertragsende werden sämtliche Daten endgültig gelöscht, soweit keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht entgegensteht. Schließt der Kunde innerhalb dieser Frist erneut ein kostenpflichtiges Abonnement ab, wird das Studio reaktiviert und die Inhalte werden wiederhergestellt. Verlangt der Kunde hingegen aktiv die Löschung seines Studios, werden seine Daten bereits nach einer Karenzzeit von 60 Tagen gelöscht. Es obliegt dem Kunden, seine Inhalte rechtzeitig zu sichern. Einzelheiten zur Verarbeitung personenbezogener Daten regelt der Auftragsverarbeitungsvertrag (siehe Ziffer 13).

13. Datenschutz und Auftragsverarbeitung

Soweit der Anbieter im Auftrag des Kunden personenbezogene Daten verarbeitet, ist der Kunde datenschutzrechtlich Verantwortlicher und der Anbieter Auftragsverarbeiter. Die Einzelheiten regelt der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, der dem Kunden im Studio-Bereich zur Verfügung steht und dort elektronisch abgeschlossen werden kann. Im Übrigen gilt die Datenschutzerklärung.

14. Gewährleistung und Haftung

Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit. Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf) und der Höhe nach begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden. Im Übrigen ist die Haftung ausgeschlossen. Die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz sowie aufgrund übernommener Garantien bleibt unberührt. Für den Verlust von Daten haftet der Anbieter nur in dem Umfang, in dem der Schaden auch bei einer ordnungsgemäßen, regelmäßigen Datensicherung durch den Kunden eingetreten wäre; der Kunde ist für die regelmäßige Sicherung seiner Inhalte mitverantwortlich.

15. Freistellung

Der Kunde stellt den Anbieter von allen Ansprüchen Dritter frei, die diese wegen einer Verletzung ihrer Rechte durch die vom Kunden eingestellten Inhalte oder durch die Art der Nutzung des Dienstes durch den Kunden gegenüber dem Anbieter geltend machen. Dies umfasst die angemessenen Kosten einer notwendigen Rechtsverteidigung. Der Anbieter wird den Kunden über eine solche Inanspruchnahme unverzüglich informieren.

16. Höhere Gewalt

Ereignisse höherer Gewalt, die dem Anbieter die geschuldete Leistung wesentlich erschweren oder vorübergehend unmöglich machen, befreien ihn für die Dauer der Störung von der Leistungspflicht. Als höhere Gewalt gelten unvorhersehbare, von außen einwirkende Ereignisse außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters, etwa Naturkatastrophen, Cyberangriffe auf Vorleister, behördliche Maßnahmen oder großflächige Ausfälle der Internet-Infrastruktur.

17. Änderungen dieser AGB

Der Anbieter kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, soweit dies zur Anpassung an geänderte rechtliche oder technische Rahmenbedingungen erforderlich ist und der Kunde dadurch nicht unangemessen benachteiligt wird. Änderungen werden mindestens sechs Wochen vor Wirksamwerden in Textform mitgeteilt. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb dieser Frist, gelten die Änderungen als angenommen; hierauf wird in der Mitteilung gesondert hingewiesen. Im Falle eines Widerspruchs ist jede Partei zur Kündigung zum Wirksamwerden der Änderung berechtigt.

18. Aufrechnung, Zurückbehaltung, Abtretung

Der Kunde kann nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen aufrechnen. Ein Zurückbehaltungsrecht steht dem Kunden nur zu, soweit es auf demselben Vertragsverhältnis beruht. Eine Abtretung von Rechten oder Pflichten aus diesem Vertrag durch den Kunden bedarf der vorherigen Zustimmung des Anbieters in Textform.

19. Schlussbestimmungen

Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag ist – soweit der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist – der Sitz des Anbieters. Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrags bedürfen der Textform; dies gilt auch für die Aufhebung dieses Textformerfordernisses.