RAW-Dateien an Kunden übergeben: Die Optionen im Vergleich
USB-Stick, Cloud-Speicher, WeTransfer oder Galerie-Plattform? Wir vergleichen die gängigen Wege, RAW- und Originaldateien an Kunden zu übergeben — mit Vor- und Nachteilen.
Die fertigen JPEGs sind schnell geteilt — aber manche Kunden wollen die RAW-Originale. Hochzeitspaare, die später selbst nachbearbeiten lassen, Agenturen, die volle Kontrolle brauchen, oder Firmenkunden mit eigenem Grafik-Team. RAWs sind groß, und nicht jeder Übergabeweg taugt dafür. Hier die gängigen Optionen.
Option 1: USB-Stick oder Festplatte
Der Klassiker. Funktioniert offline, kein Upload nötig, der Kunde hat die Daten physisch in der Hand.
Nachteile: Du musst den Datenträger kaufen, befüllen und übergeben oder verschicken. Geht er verloren, sind die Daten weg — oder schlimmer, in falschen Händen. Für verschickte Datenträger mit personenbezogenen Bildern stellt sich zudem die Frage der Verschlüsselung. Und einen zweiten Versand bei Verlust zahlst Du aus eigener Tasche.
Option 2: Consumer-Cloud (Google Drive, Dropbox & Co.)
Schnell eingerichtet, großzügiger Speicher. Aber: Die großen Anbieter sitzen in den USA, was bei personenbezogenen Bildern das bekannte DSGVO-Drittland-Problem aufwirft. Außerdem vermischt sich die Kundenübergabe mit Deinem privaten Speicher, und die Links sind oft schwer zu kontrollieren oder ablaufen zu lassen.
Option 3: WeTransfer
Bequem für den schnellen Versand — aber bei großen RAW-Mengen stößt Du an Größenlimits, die Links verfallen schnell, und die DSGVO-Fragen rund um US-Infrastruktur bestehen auch hier. Für gelegentliche kleine Übergaben okay, für RAW-Archive eines ganzen Shootings unpraktisch.
Option 4: Galerie-Plattform mit Original-Download
Hier liegt der Vorteil einer Plattform, die für Fotografen gebaut ist: Du lädst die RAWs einmal hoch, der Kunde lädt sie über einen zugangsbeschränkten Link herunter — verschlüsselt, nachvollziehbar, ohne Zusatzlogistik.
Gut gemachte Plattformen lassen Dich pro Galerie entscheiden, ob überhaupt Originale heruntergeladen werden dürfen oder nur reduzierte Web-Versionen. So gibst Du RAWs gezielt nur den Kunden, die sie bezahlt haben, und schützt Deine Arbeit bei allen anderen.
Worauf Du achten solltest
Egal welchen Weg Du wählst, drei Dinge entscheiden über die Praxistauglichkeit:
- Dateigröße: RAWs sind 20–80 MB pro Bild. Der Weg muss mit mehreren GB pro Galerie umgehen können.
- Zugriffskontrolle: Nur der berechtigte Kunde sollte herankommen — mit Passwort oder ablaufendem Link.
- Datenschutz: Bei identifizierbaren Personen gelten dieselben DSGVO-Regeln wie für JPEGs. EU-Hosting erspart Dir den Drittland-Aufwand.
Fazit
Für gelegentliche Einzelübergaben kann ein verschlüsselter USB-Stick reichen. Für den professionellen, wiederkehrenden Workflow ist eine Galerie-Plattform mit kontrolliertem Original-Download fast immer die sauberere Lösung — schneller, sicherer und ohne Logistik.
Lumio unterstützt RAW-Formate von Canon, Nikon, Sony, Fuji und vielen mehr, generiert die Vorschauen serverseitig und lässt Dich pro Galerie steuern, ob der Kunde die Originale oder nur Web-Versionen bekommt. Die Originale bleiben dabei unverändert.