Source-Available statt Open Source — warum Lumio die FSL nutzt
Lumios Quellcode ist öffentlich, aber nicht klassisch Open Source. Wir erklären ehrlich, was die Functional Source License bedeutet — und was Du damit darfst.
Lumios kompletter Quellcode liegt offen einsehbar auf unserem Git-Server. Trotzdem nennen wir Lumio bewusst nicht „Open Source”, sondern „Source-Available”. Dieser Artikel erklärt den Unterschied — und warum wir uns dafür entschieden haben.
Was sich geändert hat
Früher stand Lumio unter der AGPL-3.0, einer klassischen Open-Source-Lizenz. Inzwischen nutzen wir die Functional Source License (FSL). Der Grund ist einfach: Die AGPL schützt nicht davor, dass jemand Lumio nimmt, eine konkurrierende Cloud-Galerie daraus baut und sie günstiger anbietet. Sie verlangt nur, dass dieser Anbieter seinen Code ebenfalls offenlegt — verhindern tut sie das Geschäftsmodell nicht.
Genau das wollten wir anders lösen, ohne den Code zu verstecken.
Was die FSL erlaubt
Die FSL erlaubt fast alles, was Du erwarten würdest:
- Privat nutzen — uneingeschränkt.
- Als Profi selbst hosten — auf Deinem eigenen Server, kommerziell für Dein Studio.
- Als Agentur betreiben — Lumio im Rahmen der Dienstleistung für Deine Kunden hosten.
- Den Code anpassen — forken, erweitern, eigene Features bauen.
Die einzige Einschränkung: Du darfst aus Lumio kein konkurrierendes, gehostetes SaaS-Produkt bauen, das dieselbe Funktionalität Dritten als Dienst anbietet. Wer Lumio also als Werkzeug für die eigene Arbeit nutzt, ist immer auf der sicheren Seite — egal ob Hobby, Profi oder Agentur.
Der Clou: nach zwei Jahren wird es Open Source
Das Besondere an der FSL: Sie ist zeitlich begrenzt. Zwei Jahre nach der Veröffentlichung jeder Version wird genau diese Version automatisch unter die Apache-2.0-Lizenz gestellt — also echtes, uneingeschränktes Open Source. Die Einschränkung gilt damit immer nur für die jeweils aktuellen zwei Jahrgänge.
Das gibt uns Schutz vor direkter Konkurrenz in dem Zeitfenster, in dem es zählt, und gibt der Community trotzdem die langfristige Garantie, dass der Code dauerhaft frei wird.
Warum wir ehrlich „Source-Available” sagen
Es gibt einen Trend, eingeschränkte Lizenzen trotzdem als „Open Source” zu vermarkten. Das nennt man „Open Washing”, und wir halten es für unredlich. „Open Source” hat eine klare, von der Open Source Initiative definierte Bedeutung — und die FSL erfüllt sie in den ersten zwei Jahren nicht.
Deshalb sagen wir, was Sache ist: Source-Available. Der Code ist offen, prüfbar und self-hostbar. Aber er ist eben nicht uneingeschränkt Open Source, und das verschweigen wir nicht.
Was das praktisch für Dich heißt
Für die allermeisten Nutzer ändert sich nichts. Wenn Du Lumio für Dein Studio oder Deine Kunden self-hosten willst, darfst Du das ohne Lizenzgebühr, ohne Bedingungen, ohne Offenlegungspflicht. Du kannst den Code lesen, prüfen und anpassen. Du bist nicht von uns abhängig — fällt Lumio als Cloud-Anbieter weg, läuft Deine Instanz weiter.
Der einzige, den die FSL ausbremst, ist derjenige, der mit unserem eigenen Code gegen unsere Cloud antreten will. Und das halten wir für fair.
Wenn Du Fragen zur Lizenz hast oder ein Szenario hast, das in eine Grauzone fällt, schreib uns einfach — wir klären das transparent.